1708 An der Wiege des Weißen Goldes Johann Friedrich Böttger und sein Team entdeckten das Arkanum, das Geheimnis der Porzellanherstellung. Dresden gilt seither als die Wiege des Weißen Goldes, das Sachsen sowohl Reichtum als auch Ruhm brachte.
|
1872 Gründung der „Sächsischen Porzellan-Fabrik von Carl Thieme zu Potschappel-Dresden“
Im 19. Jahrhundert verliehen die sogenannten Dresdner Hausmaler der sächsischen Porzellankunst ständig neue Impulse. Einer von ihnen, Carl Gottlieb Thieme, gründete in Potschappel eine Manufaktur. Am 17. September 1872 begann er mit der Herstellung von Zier- und Kunstporzellan. Als erstes Modell wurde eine durchbrochene Wandkonsole registriert. | | 
|
|

| | 1888 Tod Thiemes Zu den Mitarbeitern Thiemes gehörte der talentierte Blumenmodelleur Karl August Kuntzsch. Er begründete die große Tradition des für Dresdner Porzellan bis heute charakteristischen üppigen Blumenbelags. Nach dem Tod von Thieme erwies er sich als weitblickender Unternehmer, der die Manufaktur erfolgreich weiterführte. | |
|
Um 1900 Siegeszug um die Welt Kuntzsch reiste bis nach den USA, organisierte den Absatz in Europa, heimste Medaillen und Anerkennungen auf der Internationalen Industrie-Ausstellung in Brüssel 1897, der Pariser Weltausstellung von 1900 und zahlreichen Kunstausstellungen ein. Er machte das Dresdner Porzellan weltbekannt.
|
1901/02 Blau auf weißem Grund: SP Dresden Das erste Markenzeichen für das in Potschappel hergestellte Porzellan war der Buchstabe „T“ (für Thieme) über einem Fisch. Es folgten andere, zum Teil kaum noch bekannte Label. Das bis heute genutzte und inzwischen weltberühmte „SP Dresden“ (für Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden) wurde 1901/02 amtlich registriert.
|
1912 bauliche Erweiterung des Firmengebäudes Die wirtschaftlichen Erfolge ermöglichten und erforderten 1912 die bauliche Erweiterung der Manufaktur. Das Gebäude erhielt seine heutige Gestalt. Der prominenteste Kunde war das britische Königshaus, das bis zum Ende der 30er Jahre den feinen Zierrat aus Sachsen erwarb.
|
1939 - 1971 Schwierige Zeiten Die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise gingen nicht spurlos an der Manufaktur vorüber. Den beiden Söhnen des 1920 verstobenen Karl August Kuntzsch gelang es, das Unternehmen stets wieder flott zu machen. So auch nach dem Zweiten Weltkrieg. 1951 wurde Emil Kuntzsch als Wirtschaftskrimineller verfemt. Noch im selben Jahr ging er in die BRD. Ab 1958 firmierte die Manufaktur als Betrieb mit staatlicher Beteiligung.
|
1972 - 1990 Die vergessene Marke 1972 erfolgte die endgültige Enteignung und die Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb. Das Exportgeschäft über den staatlichen Außenhandel der DDR boomte. Allerdings vermarktete man die Ware unter der Bezeichnung „Sächsisch-Thüringisches Porzellan“ ausschließlich im Ausland. Das führte dazu, dass die Marke „SP Dresden“ zunehmend in Vergessenheit geriet und das Porzellan im Osten Deutschlands vielen Menschen gänzlich unbekannt war.
|
1991 Reprivatisierung Die 1989/90 in Ostdeutschland einsetzenden gesellschaftlichen Umwälzungen waren auch für die Manufaktur eine turbulente Zeit. Die Treuhandgesellschaft überließ den Betrieb 1991 schließlich einem französischen Bankenkonsortium, das schon Anfang 1993 Konkurs anmeldete.
|
Lichtblicke Trotz mehrmaliger Insolvenzen und Besitzerwechsel konnte sich das Unternehmen am Markt weiter behaupten. Handelskontakte in die USA, England, Südeuropa, Nahost sowie nach Thailand und Japan konnten geknüpft bzw. aufgefrischt werden. Die Manufaktur öffnete sich für Besucher und kehrte so auch wieder in das Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung zurück. Engagement bei Dresdner Projekten und Veranstaltungen sowie Präsenz an verschiedenen Stellen der Stadt, das stärkt das Bewusstsein: „Die Dresdner haben ihr eigenes Porzellan“.
|
Unverwechselbares Dresden Der inzwischen auf 12.500 Stücke angewachsene Formenschatz der Manufaktur wurde ebenso bewahrt und weiter entwickelt wie die Fähigkeiten der Porzellangestalter und Maler. Dresdner Porzellan hat damit seinen unverkennbaren Duktus bis heute bewahrt und ist gleichsam ein Spiegelbild der europäischen Porzellangeschichte aus zwei Jahrhunderten.
|